Dissertation/Thesis Abstract

Processing Fluency and Judgment
by Bahník, Štěpán, Ph.D., Bayerische Julius-Maximilians-Universitaet Wuerzburg (Germany), 2017, 111; 27766769
Abstract (Summary)

Um Urteilsprozesse zu vereinfachen, basieren Menschen diese oft auf leicht zugänglichen Informationen. Eine hierfür immer und jederzeit verfügbare Information ist die Verarbeitungsflüssigkeit – ein metakognitives Gefühl von Leichtigkeit bei der kognitiven Verarbeitung. Verarbeitungsflüssigkeit wird als Information bei vielen verschiedenen Arten von Urteilen genutzt, so beispielsweise bei Urteilen hinsichtlich Wahrheit, Vertrauenswürdigkeit und Neuheit. Die vorliegende Arbeit beschreibt die Ergebnisse von drei Studien, die verschiedene Aspekte des Einflusses von Verarbeitungsflüssigkeit auf Urteilsprozesse untersuchen.

Verarbeitungsflüssigkeit wurde in der Literatur manchmal mit der Geschwindigkeit eines kognitiven Prozesses gleichgesetzt. Daher wurden Reaktionszeiten zur Schätzung der Verarbeitungsflüssigkeit herangezogen. In experimentellen Paradigmen umfassen Reaktionszeiten allerdings oft nicht nur die Zeit, die für den Prozess von Interesse benötigt wird, sondern auch die Zeit, die für eine Entscheidung benötigt wird, die auf der aus dem Prozess resultierenden Information basiert. Die Studie, die in Kapitel II beschrieben wird, verwendet daher eine neue experimentelle Methode, die eine Differenzierung zwischen der Zeit, die zum Lesen, und der Zeit, die für die Entscheidung benötigt wurde, ermöglicht. In den Ergebnissen zeigt sich, dass Menschen schneller eine Entscheidung darüber fällen, wie sehr sie bestimmte Pseudowörter mögen, wenn die Pseudowörter schwer aussprechbar sind (also nicht flüssig verarbeitbar sind) als wenn sie moderat aussprechbar sind. Dieser Befund legt nahe, dass Reaktionszeiten nicht zur Schätzung von Verarbeitungsflüssigkeit herangezogen werden können, da sie auch die Zeit beinhalten, die gebraucht wird, um eine Entscheidung zu treffen.

Eine Studie zum Einfluss von Verarbeitungsflüssigkeit auf Urteilsbildung zeigte, dass Lebensmittelzusatzstoffe mit leicht aussprechbaren Namen im Vergleich zu solchen mit schwer aussprechbaren Namen als weniger gefährlich beurteilt wurden. Während Menschen ungefährlichen Lebensmittelzusatzstoffen öfter begegnen als gefährlichen, könnte dieser Umweltzusammenhang bei anderen Objektkategorien in entgegengesetzter Richtung verlaufen. Zum Beispiel sehen Menschen die Namen von besonders gefährlichen Verbrechern mit einer höheren Wahrscheinlichkeit in den Nachrichten. In Kapitel III wird daher eine Studie beschrieben, die ursprünglich testen sollte, ob der Verarbeitungsflüssigkeit-Sicherheit-Zusammenhang bei manchen Objektkategorien, bei denen man selektiv besonders gefährlichen Exemplaren ausgesetzt ist, in die entgegengesetzte Richtung verläuft. Die Ergebnisse unterstützten diese Hypothese jedoch nicht. Zudem lassen die Ergebnisse weiterer Studien darauf schließen, dass der zuvor gezeigte Zusammenhang zwischen Verarbeitungsflüssigkeit und Sicherheit nur mit den Originalstimuli aus früheren Studien, nicht aber mit neu konstruierten Studien repliziert werden kann.

In Kapitel IV wird eine Studie beschrieben, die einen Befund der Verarbeitungsflüssigkeitsliteratur auf eine Übung aus dem Bereich der Positiven Psychologie anwendet, um deren Effektivität zu steigern. Konkret manipulierte das Experiment die Anzahl an guten Erlebnissen, die die Teilnehmer zwei Wochen lang täglich als Teil der Übung auflisten sollten. Obwohl das Auflisten einer größeren Anzahl an Erlebnissen als schwieriger bewertet wurde, hatte die Anzahl an Erlebnissen, die jeden Tag aufgelistet wurde, keinen Einfluss auf die Effektivität der Übung.

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Advisor: Strack , Fritz
Commitee:
School: Bayerische Julius-Maximilians-Universitaet Wuerzburg (Germany)
School Location: Germany
Source: DAI-C 81/7(E), Dissertation Abstracts International
Source Type: DISSERTATION
Subjects: Neurosciences
Keywords: Fluency and judgment
Publication Number: 27766769
ISBN: 9781392643464
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