Dissertation/Thesis Abstract

Debating Sufism: The Tijāniyya and its Opponents
by Hanif, Mohammad Ajmal, Ph.D., Universitaet Bayreuth (Germany), 2018, 374; 27552137
Abstract (Summary)

Die vorliegende Dissertation untersucht Sufismus und Antisufismus im größeren thematischen Rahmen aus der Perspektive der Debatten zwischen Vertretern des Sufi Ordens Tijāniyya und deren Salafī Gegnern im zwanzigsten Jahrhundert und wie dies in Schriften von Autoren aus Marokko, Mauretanien, Mali, Sudan, Ägypten sowie Saudi-Arabien zum Ausdruck kommt. Der Konflikt ist im Grunde genommen ein Kampf darüber, wer für den Islam spricht, wobei sich auf verschiedene Quellen der Autorität gestützt wird. Die Salafīs berufen sich in ihrer Argumentation auf die hohe Relevanz des textlichen sowie diskursiven Wissens, welches aus den grundlegenden Texten des Islams stammt: Qurʾān und Sunna stellen für sie die einzigen Quellen religiöser Autorität dar, da alle anderen möglichen Quellen von ihnen als fehlbar angesehen werden und somit ohne Beweiskraft sind. Im Gegensatz dazu zählen für die Anhänger der Tijāniyya, neben den grundlegenden Texten, auch das in den spirituellen Erfahrungen der obersten Meister der Bruderschaft vermittelte Wissen sowie die alltägliche Kommunikation mit dem Propheten zu verlässlichen Quellen. Obwohl in frühen Debatten des neunzehnten Jahrhunderts um die Tijāniyya häufig andere Sufis, vor allem die der Qādiriyya beteiligt waren, die stark durch deren Wettbewerb um Anhänger und politischen Einfluss geprägt waren, zeigen die in der Arbeit geprüften Fallstudien auf, dass die Motivationen der Salafī Kritiker besonders darin lagen, da’wa (Verbreitung eines ‘richtigen’ Islams) zu betreiben und ein “korrektes” Verständnis von tawḥīd (Einheit Gottes) zu vermitteln. Die Autoren der Tijāniyya, die auf diese Angriffe reagierten, betrachteten die Verteidigung ihres Glaubens als eine religiöse Pflicht und als Pflichtdienst gegenüber Aḥmad al-Tijānī, der in seiner Position als Gründungsfigur und höchster Meister der Bruderschaft als perfekte Verkörperung der Religion angesehen wird. Die Dissertation zeigt auf, wie das breite Feld aus theologischen sowie doktrinellen Debatten sowohl Protagonisten als auch Gegnern der Tijāniyya Raum für Machtkämpfe, die Konstruktion der eigenen Authorität und die Vergrößerung der persönlichen Anerkennung gibt. Die von Salafīs produzierte polemische Literatur wurde zu einem geläufigen Referenzpunkt für Gegner der Bruderschaft, während gleichzeitig die Tijānī Scheichs, die darauf reagierten, als heroische Mitglieder ihrer Gruppierung auftreten konnten. Darüber hinaus deckt die Analyse graduelle Veränderungen in der Wahrnehmung bestimmter Tijānī Lehren unter einigen ihrer Vertreter auf. Dies zeigt sich am besten anhand der veränderten Wahrnehmung der herausragenden Belohnung für die Rezitation des ṣalāt al-fātiḥ, welche auf das Entstehen einer sharī‘a-zentrischen Argumentation hindeutet, die vermehrt die junge Generation der Tijānīs anzieht. Andererseits führte die Verbreitung des Salafismus in zuvor von Tijānī dominierten Gebieten dazu, dass die Tijānī Autoren in ihren polemischen Schriften auf einen härteren und schärferen Ton zurückgriffen, was wiederum auf die zunehmenden Spannungen zwischen Sufis und ihren Gegnern im Laufe des 20. Jahrhunderts hinweist.

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Advisor:
Commitee:
School: Universitaet Bayreuth (Germany)
School Location: Germany
Source: DAI-C 81/2(E), Dissertation Abstracts International
Source Type: DISSERTATION
Subjects: Islamic Studies, Religion
Keywords: Sufism
Publication Number: 27552137
ISBN: 9781088398425
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